2. Dezember

Der Adventskalender

Der heute in der Adventszeit nicht mehr wegzudenkende Adventskalender entstand erst am Anfang des 20. Jahrhunderts. Die eigentlichen Ursprünge lassen sich jedoch bis in das 19. Jahrhundert zurückverfolgen. Die ersten Formen kommen aus dem protestantischen Umfeld. So wurde in religiösen Familien im Dezember 24 Bilder nach und nach an die Wand gehängt.

Einfach, aber nicht weniger effektvoll, war eine andere Variante: 24 an die Wand oder Türe gemalte Kreidestriche, von denen die Kinder täglich einen wegwischen durften (sog. Strichkalender). Es wurden auch Strohhalme in eine Krippe gelegt – für jeden Tag im Dezember bis zum Heiligen Abend. Weitere Formen sind die Weihnachtsuhr oder aber eine Adventskerze, die jeden Tag bis zur nächsten Markierung abgebrannt werden durfte.

Die wohl früheste Form eines selbstgebastelten Adventskalenders stammt aus dem Jahre 1851. Im Jahr 1902 veröffentlichte die Evangelische Buchhandlung in Hamburg den wohl ersten gedruckten Adventskalender: Eine Weihnachtsuhr für Kinder.
Das erste gedruckte Exemplar verdankt seine Existenz den Kindheitserlebnissen des schwäbischen Pfarrersohnes aus Maulbronn. Seine Mutter zeichnete 24 Kästchen auf einen Karton – auf jedes war ein „Wibele“ genäht. Als Teilhaber der lithographischen Anstalt Reichhold & Lang verzichtete Gerhard Lang auf die Gebäckstücke und verwendete stattdessen farbenprächtige Zeichnungen, die ausgeschnitten und auf einen Pappkarton geklebt werden konnten.

Seit ca. 1920 erschienen die ersten Adventskalender mit Türchen zum Öffnen auf den Markt, so wie wir sie heute kennen. Ab dem Jahre 1958 gab es dann die ersten mit Schokolade gefüllten Adventskalender. Heute finden sich hinter den 24 Türchen eines typischen gekauften Produkts neben den Bildchen oftmals Schokoladenstücke in verschiedenen „weihnachtlichen“ Formen und teilweise sogar Spielzeug.

Noch 62 Tage

birds-garland

Ich gäb‘ dir gerne einen Kalender,
einen Kalender zum ersten Advent,
in dem, versteckt hinter kleinen Türchen,
etwas ist, was jeder Mensch braucht und kennt.

Am 1. wäre hinter dem Türchen Verständnis,
hinterm 2. Türchen ist Phantasie,
hinterm 3. Humor,
und dann kommt am 4. eine Portion Euphorie.
Hinterm 5. Türchen findest du Hoffnung,
hinter dem 6. eine Menge Zeit,
und öffnest du dann das 7. Türchen,
entdeckst du dahinter Geborgenheit.
Im 8. Türchen sind Spaß und Freude,
im 9., da ist die Zuversicht,
hinterm 10. verborgen sind Kraft und Stärke,
im 11. ist Glück und im 12. ist Licht.
Hinterm 13. Türchen, da ist der Glaube,
am 14. findest du Menschlichkeit,
am 15. Trost und am 16. Frieden,
hinterm 17. Türchen die Zweisamkeit.
Am 18. findest du gute Gedanken,
am 19. Achtung vor Mensch und Tier,
am 20. Hilfe.
Fast ist alles offen,
zu öffnende Türchen gibt´s nur noch vier.
Hinterm 21. kommt die Freundschaft
und am 22. die Toleranz,
am 23. die innere Ruhe –
am 24. strahlt der Christbaum in seinem Glanz.

Hinter dem Türchen am Heiligen Abend
sind keine Geschenke, nicht Reichtum und Geld,
hinter diesen Türchen, da ist die Liebe,
das größte und wichtigste auf dieser Welt.

(Autor unbekannt)

birds-garland

Alle Jahre wieder

Im Dorfkonsum erfrieren nun die Fliegen.
Die Mäuse aber wärmen sich im Mehl.
Die Gänse überkommt die Lust zu fliegen.
Sie machen aus der Todesangst kein Hehl.
Alle Jahre wieder,
alle Jahre wieder.

Mit einmal wird auch der Handel rege.
Er bietet seine Ladenhüter an.
Im Sinne progessiver Brauchtumspflege
verkauft er alles, was man schenken kann.
Alle Jahre wieder,
alle Jahre wieder.

Im Erzgebirge kreisen Pyramiden.
Im ganzen Land herrscht Herzlichkeit.
Selbst Ehepaare machen ihren Frieden.
Der Strassendienst erschrickt: Es schneit.
Alle Jahre wieder,
alle Jahre wieder

birds-garland

Eine chaotische Adventsgeschichte aus dem Büro…

1. Dezember
Hurra, ich darf das erste Fenster meines Adventskalenders öffnen. Ein Schoko-Engelchen. Ich liebe die Weihnachtszeit.
2. Dezember
Eine Glocke zergeht auf meiner Zunge.
3. Dezember
Kollege Meier erzählt mir von seinem Adventskalender. Heute fand er eine Armbanduhr, ich nur ein Schoko-Auto.
4. Dezember
Meier erzählt schmutzige Witze. Habe aus Höflichkeit mitgelacht. Der Azubi schaut pikiert zu Boden. Schoko-Tannenzweig.
5.Dezember
Ein Schoko-Schlitten, sehr schön.
6. Dezember
Unsere Putzfrau hat einen Wischmob zum Nikolaus bekommen vom Chef. Sie scheint sich nicht zu freuen. Meier kommt mit Nikolausmütze und verteilt Schokoriegel.
7. Dezember
Schoko-Engel. Meier muss zum Chef, hat ihn nämlich blöd angegrinst.
8. Dezember
Schoko-Weihnachtsbaum, ob der schon schimmelt?
9. Dezember
Meier hat einen Eintrag bekommen wegen Nikolausgrinsen.
10. Dezember
Zwei Osterhasen auf meinem Tisch. Alle grinsen.
11. Dezember
Schoko-Hase. Mein Mann findet Osterhase in der Handtasche. Erklärung folgt von mir. Wird nicht geglaubt.
12. Dezember
Azubi kommt im Minirock. Meier pfeift ihr hinterher. Sie schaut komisch. Meier muss morgen schon wieder zum Chef.
13. Dezember
Eintrag in die Personalakte, armer Kerl. Jammer. Schoko-Tannenzapfen, schmeckt heute nicht.
14. Dezember
Meiers Frau hat mit einem Kollegen telefoniert. Meier hat Osterhasenärger mit seinem Frauchen
15. Dezember
Termin bei der Frauenbeauftragten. Biete ihr ein Schoko-Glöckchen an um Meier zu entlasten. Sie empfiehlt mir einen Bogen um Azubi und Meier zu machen. Warum wegen dem Osterhasen.
16. Dezember
Die Schokolade schmeckt heute nicht, Meier fehlt. Seltsam.
17. Dezember
Meier ist zurück. Er erzählt mir, sein Streß hat bei ihm Potenzprobleme ausgelöst.
18. Dezember
Wir können den Azubi nicht trösten wenn sie Meier sieht. Sie läuft weinend zur Frauenbeauftragten. Die sagt ihr, es gibt jetzt keine Osterhasen, nur Weihnachtsmänner.
19. Dezember
Meier reißt nun Osterhasenwitze. Kollegen sehen mich lachend an. Ich zerkrümel meinen Schoko-Weihnachtsmann. Bin verlegen.
20. Dezember
Kleiner Umtrunk. Verschütte meinen Sekt. Versuche auf dem Klo meine Hose zu waschen. Falsche Tür. Stehe in Unterhose vor Meier. Immerhin, seine Potenzprobleme sind verschwunden.
21. Dezember
Ich lese zum dritten Mal Meiers Kündigung. Man, tut mir der Kerl leid.
22. Dezember
Ein Nachbar wünscht mir frohe Weihnachten. Ich haue ihm versehentlich ein blaues Auge mit der Handtasche. Meier kommt zufällig vorbei, sieht den Nachbarn, der ist ausgerechnet Vater vom Azubi.
23. Dezember
Polizei bei mir. Ich hätte dem Weihnachtsmann bei Karstadt nicht auch noch wegen Zornes zwischen die Beine treten sollen. Ich bewerfe die Polizisten mit dem fast leeren Adventskalender.
24. Dezember
Ich feier Weihnachten mit Liselotte. Wir teilen uns eine Zelle. Liselotte mag mich. Ich schenke ihr einen letzten Schoko-Engel. Sie sagt, sie hat auch ein Geschenk für mich. Ich kann Weihnachten alleine sein, Liselotte kommt raus.

birds-garland

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