3. Dezember


Der Nussknacker

Vor vielen Jahren lebte im Erzgebirge ein Bauer, der sehr reich und einsam war. Der Reichtum hatte sein Herz hart gemacht, wie die Nüsse, die er vor lauter Geiz alljährlich zu Weihnachten ganz alleine aufaß. Weil er aber viel zu bequem war, auch nur eine selbst aufzuknacken, versprach er demjenigen eine Belohnung, der herausfindet, wie Nüsseknacken ohne Mühe möglich ist.
Viele kamen und brachten die merkwürdigsten Vorschläge: Ein Soldat beispielsweise riet, auf die Nüsse zu schießen. Der Dorfschreiner bot seine Säge zum Zersägen an. Der Viehdoktor gar empfahl, die besten Glucken des Dorfes auf die Nüsse zu setzen – die Kerne würden dann schon von selbst ausschlüpfen. Den alten Puppenschnitzer des Dorfes aber sah man drei Tage lang fleißig schnitzen, dann stand ein schmuckes Männlein vor ihm auf dem Tisch. Es war bunt bemalt mit der Sonntagstracht der erzgebirgischen Bergleute, mit großem Mund, hartem Kiefer und einer kräftigen Zunge – wie geschaffen zum Nüsseknacken.
Der reiche Bauer war so begeistert, dass er seine Nüsse nur noch von dem bunten Männlein knacken lassen wollte. Er gewann das hölzerne Kerlchen so lieb, dass sein Herz auf der Stelle weich wurde wie das Wachs einer Weihnachtskerze. Alle seine Nüsse verschenkte er, und überall im Dorf wurde ein schönes Weihnachtsfest gefeiert. Der alte erzgebirgische Puppenschnitzer erhielt eine neue Werkstatt, aus der fortan die schönsten und kräftigsten Nussknacker in alle Welt gingen. Der reiche Bauer wurde zum besten Freund aller Kinder, denn der hölzerne Nussknacker hatte auch die harte Schale seines Herzens aufgeknackt.

(Aus dem Erzgebirge)

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Den ersten Nussknacker, bestehend aus zwei Hebelarmen, gab es bereits in der Antike. Seine Erfindung wird Aristoteles zugeschrieben. Ein bereits recht dekoratives Modell aus Bronze aus der Zeit um 300 v. Chr. wurde in einem Grab bei Tarent gefunden. Die unteren Schichten, die nicht über ein solches Gerät verfügten, benutzten entweder einen Hammer oder ihre Zähne. Auch Leonardo da Vinci soll an einem Gerät zum Nüsseknacken getüftelt haben. Er entwickelte jedenfalls eine Drehbank zum Drechseln hölzerner Figuren. So gab es bereits im 16. Jahrhundert nachweislich figürliche Nussknacker.

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Ich hab‘ schon manche Nuß gepackt,
krick-krack und mitten durchgeknackt.
Der Spielzeugmacher – der mich schuf –
gab mir das Knacken – zum Beruf.
Ich knacke große – ich knacke kleine
und was nicht aufgeht – das sind Steine.
Ich knacke hart – ich knacke weich,
nur immer her – mir ist das gleich.
Doch sag‘ ich eins euch ins Gesicht:
Verknacken – ha! – laß‘ ich mich nicht!

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Das Rezept aus der Weihnachtsbäckerei: Nussplätzchen

Zutaten:

500 Gramm Mehl
250 Gramm Zucker
250 Gramm Butter
200 Gramm gemahlene Haselnüsse
1 Backpulver
1 Messerspitze Zimt
2 Eier
1 Päckchen Vanille-Zucker
200-300 Gramm Kuvertüre
Kokosraspeln

Zubereitung: Den Zucker, Butter, Eier und Zimt verrühren. Mehl und Backpulver mischen und unter den Teig geben. Die Haselnüsse unterrühren. Den Teig gut durchkneten, ausrollen und die Plätzchen mit Förmchen ausstechen. Bei 175-200 Grad ca. 12 Minuten backen.

Die Kuvertüre auflösen und die Plätzchen zur Hälfte eintauchen. Zum Trocknen am besten auf Butterbrotpapier legen und sofort mit ein paar Kokosraspeln zur bestreuen.

Guten Appetit

birds-garland

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