6. Dezember

Nikolaustag

Sankt Niklas ist ein braver Mann.
Bringt den kleinen Kindern was.
Die großen lässt er laufen,
die können sich was kaufen.

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Nikolaus, Nikolaus,
komm auch mal zu mir nach Haus.
Geputzte Stiefel stehn hier rum,
bleiben sie leer, fänd ich das dumm!
Pack viele, süße Sachen rein,
dann werde ich dir dankbar sein.

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Das Gute bei anderen entdecken

Nikolaus: ein heiliger Mann,
der auf wunderbare Weise
den Menschen Gutes bereitet,
überraschende Freude für Groß und Klein,
aber besonders für die Kleinen.
An den Nikolaus glauben heißt:
an das Gute im anderen zu glauben.

Glaubst du noch an das Gute,
oder erwartest du alles von deinem strengen Gesicht,
von harten Worten, von einer drohenden Faust?
Das Leben ist so schön, wenn du glauben kannst:
Meine Frau ist noch besser, als ich denke;
mein Mann meint es gar nicht so;
meine Nachbarn, meine Kolleginnen und Kollegen,
meine Vorgestzten haben auch viele gute Seiten.

Wenn du das nicht mehr siehst,
dann bitte den heiligen Nikolaus
dringend um eine Brille –
um wieder das Gute zu entdecken.
Und noch etwas: Hilf dem heiligen Nikolaus,
alles etwas besser zu verteilen.
Nikolaus will auch den armen Menschen,
den armen Kindern etwas geben.
Aber dazu braucht er – ausgerechnet dich!

(Phil Bosmans – „Leben jeden Tag“ – 5. Dezember)

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(Die Nikolauswerkstatt)

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Nikolausbrauchtum

Im Mittelalter wurden nicht nur die Kinder am Nikolaustag (oder am Vorabend) beschenkt: Bis zur Reformation im 16. Jh. fand auch die Weihnachtsbescherung am 6. Dezember statt. Da der Nikolaus auch Schutzpatron der Seefahrer ist (die Nikolai-Kirchen sind ihm geweiht), bastelte man kleine Schiffchen, in die er seine Gaben legen sollte. Später wurden daraus Schuhe, noch später Teller.

Ab 17. Jahrhundert grasiert der Brauch, daß der Nikolaus mit einem Begleiter (später wurde daraus der Krampus) die Kinder beschenkte oder auch schon mal wegen ihres unchristlichen Tuns tadelte!

Seit Beginn des 19. Jahrhundert wird die Nikolausgestalt immer mehr verweltlicht zum Weihnachtsmann, der manchmal auch als Überbleibsel germanischer Gottheiten oder als Personifizierung der Natur gedeutet wird, so wie er etwa im Osten als „Väterchen Frost“ bekannt ist. Davon weitgehend unbeeinflußt findet das Nikolausbrauchtum in seiner christlichen Prägung in vielen Familien immer noch statt.

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Knecht Ruprecht

Gestern Abend war’s, so gegen Sieben,
Mutter war gerade beim Kaufmann drüben.
Da holtert’s und poltert’s die Treppe hinauf,
klopft an die Tür und reisst sie auf.
Knecht Ruprecht war’s, er kam herein
Und denkt euch, ich war ganz allein.
Er murmelt etwas, wie „Weihnachtslieder“,
da sprang ich schnell vom Stuhl hernieder
und sang ihm das Lied von der heiligen Nacht,
da hat er aber Augen gemacht.
Er schenkte mir Nüsse und Pfefferkuchen
und sprach, er wird mich mal wieder besuchen.
„Grüß’ auch Mutter und Vater recht schön!“,
und ich sagte fröhlich „Auf Wiedersehen.“

Der Knecht Ruprecht ist der Gehilfe des Heiligen Nikolaus, der im Brauchtum des nördlichen und mittleren deutschen Sprachraums am Vorabend des 6. Dezember zusammen mit dem Nikolaus Kinder zu Hause besucht.

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