13. Dezember

„Schenken heisst, einem anderen das geben,
was man selbst gerne behalten möchte.“

(Selma Lagerlöf)

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Wusstet Ihr, dass “Schenken” eigentlich von dem “Einschenken” von Getränken kommt. Deshalb kommt es genau so auf das Maß an und nicht die Masse. So bringen mich schon manche Meldungen der Medien ins Grübeln, wenn ich lese “Durchschnittlich 306 Euro pro Kind geben Eltern in diesem Jahr für Weihnachtsgeschenke aus. … das (sind) etwa 22 Euro weniger als im Vorjahr”.

Auch weil ich weiß, dass es für viele Kinder keine oder weitaus “preiswertere” Geschenke gibt, die deshalb nicht “billiger” sein müssen.

Schenken

Schenke gross oder klein,
Aber immer gediegen.
Wenn die Bedachten
Die Gaben wiegen,
Sei dein Gewissen rein.
Schenke herzlich und frei.
Schenke dabei
Was in dir wohnt
An Meinung, Geschmack und Humor,
So dass die eigene Freude zuvor
Dich reichlich belohnt.
Schenke mit Geist ohne List.
Sei eingedenk,
Dass dein Geschenk
Du selber bist.

(Joachim Ringelnatz)

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Die Geschichte vom roten Faden

In einem Dorf wohnten nur sehr arme Menschen. Sie hatten oft nicht das Nötigste, um leben zu können. Als es wieder einmal Winter wurde, klagte ein alter Mann über die Kälte. Alle wussten, dass dieser Mann schon lange keine Jacke mehr besaß. Doch niemand war imstande, ihm eine solche zu stricken. Es fehlte schlicht und einfach am Material.

Da hatte eine Frau im Ort eine Idee: Jeder Dorfbewohner sollte ihr einen Faden bringen, damit sie dem alten Mann eine Jacke stricken könne. Damit sie aber nicht allzu viele verschiedene Farben zusammenbekomme, möge jeder seinen Faden im Saft der Roten Beete, dem Hauptnahrungsmittel des Dorfes, tränken. Alle machten mit und brachten der Frau einen roten Faden. Diese fing gleich an zu stricken. Und noch vor Beginn des kalten Winters hatte der alte Mann eine Jacke.

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Die Kunst anzunehmen

Dies ist die Zeit, wo man sich gegenseitig die besten Wünsche sagt und Geschenke macht. Du weißt, wie gut das tut, jemandem etwas zu schenken, der sich darüber von Herzen freuen kann.

Es ist eine große Kunst, richtig zu schenken, und eine noch größere Kunst, richtig anzunehmen. Vielleicht ist es eine Kostbarkeit, die du bekommst, vielleicht ist es nur eine Kleinigkeit.

Sei dir auf jedem Fall bewusst, dass sich da ein lieber Mensch Gedanken gemacht hat, dass er etwas sorgsam ausgesucht und eingepackt hat, in der Hoffnung, dich damit zu überraschen und eine Freude zu machen. Du bist nicht vergessen.

Hunderte andere werden vergessen, sie bekommen nie etwas, keiner denkt an sie. Sei also froh, wenn dich jemand gern hat und an dich denkt. Sei dankbar. Und dann gib auch zu erkennen, dass du es zu schätzen weißt, auch wenn es nur eine Kleinigkeit ist.

Phil Bosmans (Leben jeden Tag)

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Schenken ist ein Brückenschlag

Liebe Freunde, ich kann nur sagen: Lasst es sein! Sprecht Sie nicht mit Euren Kindern, Enkeln und auch nicht mit Euren Freunden über die fatale Idee, ein „Geschenk-Verbot“ zu Weihnachten auszuhandeln, eine Art Stillhalteabkommen, bei dem sich alle Menschen, die Ihr kennt und liebt, wechselseitig verpflichten, auf Geschenke in diesem Jahr erstmals zu verzichten.

Ein Geschenkeboykott ist eine Kapitulation vor der Erfahrung, die wir natürlich auch alle kennen: Dass es schwierig ist, sich über die dreiundzwanzigste Krawatte zu freuen, wie es auch schwierig ist, für die Enkelin, die schon zehn Puppen in ihrem Bett liegen hat, die elfte Puppe mit Schlafaugen und eingebauter Nachtmusik ( auf Knopfdruck) zu finden.

Das schönste Wort dazu stammt von Antoine de Saint-Exupéry: „Schenken ist ein Brückenschlag über den Abgrund der Einsamkeit“. Das mag übertrieben klingen. Aber wenn wir diesem Satz noch einmal hinterher horchen, vielleicht sehen wir ihn im milden Kerzenlicht dann doch anders.

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Weihnachtsmann
(von Horst Winkler)

Weihnachtsmann, Weihnachtsmann
Bitte, bitte denk daran
Ich war lieb die meiste Zeit
Frag Mutti, denn die weiß Bescheid
Kannst du mir bitte etwas bringen
Von den vielen schönen Dingen
Die ich mir wünsche ach so sehr
Und ist dein Sack dann noch nicht leer
Bringe deine lieben Gaben
Denen, die nicht so viel haben

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Am 13. Dezember wird in Schweden die Heilige Lucia aus dem sizilianischen Syracus als Patronin des Lichterfestes gefeiert.

Lucia war die Tochter eines reichen römischen Bürgers von Syrakus, der jedoch früh starb. Sie gehörte zu den ersten Christen im römischen Reich. Da diese verfolgt wurden, mussten sie sich in Kellerverliesen zu den geheimen Versammlungen treffen.  Lucia versorgte die Gläubigen mit Essen und Trinken. Um in den dunklen Gängen besser zu sehen und so viel wie möglich tragen zu können, setzte sie sich einen Kranz mit Kerzen auf.

In Schweden und anderen nordischen Ländern ist das Luciafest ein fester Bestandteil des vorweihnachtlichen Brauchtums. Die Feierlichkeiten beginnen meist am Morgen in der Familie und setzen sich in Kindergärten, Schulen und am Arbeitsplatz fort.
Bei den Luciaumzügen tragen die Kinder weiße Kleider, die typische Kerzenkrone und singen.

»Sie bringt das Licht hinein in düstre Zimmer
sie steht ganz hoffnungsvoll im Kerzenschimmer,
kommt in der Dunkelheit,
leuchtend, mit weißem Kleid,
Santa Lucia, Santa Lucia.«

Da in Schweden auch gern genascht wird gibt es zu den Feiern „Lussekatter“, auch Luciakatzen genannt, und für die Erwachsenen Glögg.

Zutaten für Lussekatter:

500 g Weizenmehl , 30 g frische Backhefe oder die entsprechende Menge Trockenhefe
1-2 EL lauwarmes Wasser, 250 ml Milch
125 g Butter, 1 Ei, 1/2 TL Safran in Fäden,  1/2 TL (feines) Salz
125 g Puderzucker, 1 Ei zum Bestreichen , Rosinen

Zubereitung:

Die Safranfäden mörsern, in ein wenig Milch einweichen. Die Hefe in dem lauwarmen Wasser auflösen (bei Trockenhefe: mit dem Mehl vermischen). Milch auf ca. 37 grad erwärmen, Butter dazugeben und schmelzen lassen

In einer großen Rührschüssel Mehl, Zucker, Salz mischen. aufgelöste Hefe, Milch mit der Butter, Ei und Safran dazugeben. Den Teig kneten, bis sich er sich von der Schüssel löst. Danach an einem warmen Ort zugedeckt auf doppelte Grösse gehen lassen. Kurz zusammenkneten, in Stücke teilen. Aus jedem Teigstück eine etwa 20 cm Rolle formen, die Enden gegengleich eindrehen.

Die Teigstücke auf ein Blech mit Backpapier legen und nochmal ca. 20 Minuten gehen lassen. Mit verquirltem Ei bestreichen und in die zwei Spiralen-Mittelpunkte je eine Rosine fest als „Auge“ drücken.

Den Backofen (Ober- und Unterhitze, keine Umluft) auf 250 Grad vorheizen und die Lussekatter ca. 7-8 Minuten backen.

Dazu passt ausgezeichnet Glögg

Gewürzbasis:  1/2 l Wasser, 2 Schalen von Orangen, 2 Scheiben Ingwer, 2 Stk. Zimtrinde, 10-15 Gewürznelken, 1-2 Tl Kardamomkörner

Zusätzlich: 1 Flasche Rotwein, 100 g Zucker, Rosinen, Mandelstifte

Zubereitung:

Die Gewürze mit Wasser aufkochen, zugedeckt ca. 30 Minuten köcheln lassen, durch ein Sieb gießen. Die Flüssigkeit danach mit Wein und Zucker mischen, langsam erhitzen (nicht kochen!) Einige Rosinen und Mandelstifte in Häferl oder hitzebeständige Gläser geben und mit dem Glögg aufgießen.

Skål!

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