14. Dezember

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14. Dezember

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Advent
(Rainer Maria Rilke)

Es treibt der Wind im Winterwalde
Die Flockenherde wie ein Hirt,
Und manche Tanne ahnt, wie balde
Sie fromm und lichterheilig wird,
Und lauscht hinaus. Den weißen Wegen
Streckt sie die Zweige hin – bereit,
Und wehrt dem Wind und wächst entgegen
Der einen Nacht der Herrlichkeit

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Ett Vinterbarn

Ett Vinerbarn ist schwedisch
und heißt übersetzt „Das Winterkind“

Draußen ist es dunkel, und ich stehe am Fenster und verfluche den Winter. Ich weiß noch, wie ich mir als Kind gewünscht habe, dass es zuWeihnachten schneit. Dicke Flocken wollte ich aus dem Himmel fallen sehen, Eisblumen an den Fenstern. Die Nächte vor Weihnachten verbrachte ich ungeduldig im Bett und starrte in die Dunkelheit hinaus. Obwohl ich es mir aus tiefstem Herzen gewünscht habe, hat es Weihnachten nie geschneit. Kein einziges Mal. Aus diesem Grund ist das Wetter heute wie eine Revanche für all die schneelosen Feste. Die Häuser, Autos und Laternen verschwinden hinter einem wirbelnden Vorhang aus Weiß. Der Bürgersteig und die Straße sind nicht zu sehen. Nur die Kronen der Bäume ragen als unheimliche Schatten zu meinem Fenster hoch und bewegen ihre Äste, als wären sie Arme, die vom Meeresgrund heraufwinken.

Es ist sechs Uhr am Weihnachtsabend. Vor mir erstreckt sich eine märchenhafte Winterlandschaft und ich verfluche sie, so gut ich kann. „Verdammter Mist auch“, sage ich, „Das wird nie aufhören.“ – „Wenn es nicht aufhört, verschieben wir es“ sagt Evelin und lässt es wie eine Frage klingen. Ich schweige, drücke die Stirn gegen das Glas und schließe die Augen.

Für einen Moment ist der Schnee nicht wirklich, für einen Moment gibt es keinen Grund zu Hause zu bleiben. Ich höre Evelins Atmen an meinem Ohr. Natürlich könnten wir es verschieben. – „Vielleicht hört es ja bald auf“, versucht meine beste Freundin mich zu beruhigen. Ich öffne die Augen wieder und sage: „Ich denke nicht.“ Laut atmet Evelin aus. „Du musst nicht mitkommen“, sage ich, „Es ist in Ordnung, wenn du …“ – „Ich gehe seit drei Jahren jedes Mal mit dir mit“, unterbricht sie mich, „Egal wie das Wetter ist.“ – „Ich weiß.“ – „Also?“ – „Also?“ – „Holst du mich ab?“ – „Ich hol dich ab.“ Schweigen. Evelin wartet, dass ich mich verabschiede; ich warte, dass sie einen Rückzieher macht. – „Ich mache keinen Rückzieher“, sagt Evelin. – „Dann bis nachher“, sage ich und lege auf.

Kurz vor Mitternacht fällt es mir besonders schwer, die Augen offen zu halten. Ich bin müde vom Essen und Reden, ich bin auch müde von meinem kleinen Bruder, den ich wahnsinnig lieb habe, der mir aber die letzten zwei Stunden extrem auf die Nerven gegangen ist. Niemand wollte mit ihm spielen, niemand wollte seine Geschenke ausprobieren. „Geh mal zu Alissa“, sagte meine Mutter. Ausgerechnet zu mir, die schon den ganzenTag über mit ihren Gedanken bei nichts anderem als dem Wetter war. Vielen Dank. Doch das ist jetzt vorbei. Ich liege im Bett und höre den Schneefall an meinem Fenster und bin innerlich ganz ruhig. Das Geräusch macht mich schläfrig, es klingt wie eine Katze, die mit ihrer Schnauze gegen das Glas stößt. Ich reibe mir übers Gesicht und gähne. Die Uhr zeigt vier Minuten nach eins. Aus dem Wohnzimmer sind keine Stimmen mehr zu hören, es fällt auch kein Licht vom Flur durch die Ritzen meiner Tür. Weihnachten ist vorbei.

Ich schwinge die Beine aus dem Bett und ziehe mich an. Taschenlampe, Streichholzschachtel und Windlichter kommen in den Mantel. Die Stiefel behalte ich in der Hand und schleiche auf Socken aus dem Zimmer, durch den Flur und aus der Wohnung raus. Erst als die Tür leise hinter mir zufällt, atme ich aus. Wenn meine Mutter wüsste, was ich hier tue, würde sie mich mit einem Besen durch die Stadt jagen. Und wenn mein Stiefvater es wüsste, würde er hinterherrennen, um das Schlimmste zu verhindern. Ich setze mich im Treppenhaus auf die oberste Stufe und schnüre mir im Dunkeln die Stiefel, danach wickel ich den Schal enger um meinen Hals und ziehe die Handschuhe an. Ohne das Licht im Hausflur einzuschalten laufe ich die zwei Stockwerke hinunter und trete auf die Straße. Ich bin allein – keine Menschen, keine fahrenden Autos, keine Spuren auf dem weißen Schneeteppich.

Die Luft ist beißend klar, der Schnee knirscht unter meinen Stiefeln. Ich schaue in den Himmel. Schneeflocken trudeln mir entgegen, als wären sie Tausende von Kilometern gereist, nur um mich zu begrüßen. Ich rücke die Wöllmütze zurecht, so dass meine Ohren bedeckt sind, und überquere die Straße. Mein Vater starb vor sechseinhalb Jahren, als er eine Straße überquerte. Es war einer dieser regnerischen Sommertage, über die man sich ganz besonders freut, weil sie die Hitze für einige Stunden erträglich machen. Ich war damals neun Jahre alt und saß mit meinen Eltern in einem Cafe. Es war kurz bevor wir nach Holland reisen wollten, um dort die Ferien zu verbringen. Alles war schon gepackt, eine Stunde trennte uns von der Abfahrt, da kam der Regen plötzlich laut prasselnd herunter. Wir hockten gemütlich im Cafe und hatten Kuchen und Kakao vor uns stehen und freuten uns, dass es etwas kühler wurde, als meine Mutter auf der gegenüberliegenden Straßenseite Onkel Lukas sah. Onkel Lukas war der Bruder meines Vaters, und er stand im strömenden Regen und las den Busplan. Mein Vater wollte ihn sofort ins Cafe holen. Er rannte hinaus in den Regen und rief den Namen seines Bruders. Ich weiß noch, wie Onkel Lukas sich umdrehte und wie überrascht sein Gesicht dabei war. Und ich weiß noch genau, wie mein Vater ihm winkte und die Schultern hochzog, bevor er die Straße überquerte. Dann kam ein Lastwagen, und ich habe alles gesehen. Eine Weile lang hatte ich das Gefühl, meinen Vater verloren zu haben.

Das ist Ewigkeiten her. Ich weiß jetzt, dass mein Vater immer bei mir ist. Nichts kann ihn aus meiner Erinnerung löschen. Und weil ich das weiß, verfluche ich heute Nacht den Winter und kämpfe mich durch dieses Schneetreiben. Es ist nicht einfach, sein Leben mit einemToten zu teilen. Es ist aber um einiges besser, als jemanden zu vergessen und mit seinem eigenen Leben fortzufahren, als hätte es nur eine Werbepause gegeben und nichts weiter wäre geschehen. Evelin wohnt zehn Minuten von mir entfernt in einem Haus, das schon ihren Urgroßeltern gehört hat. Am Anfang der Straße steht eine Telefonzelle. Ich muss die Tür aufstemmen, weil sich viel Schnee davor angesammelt hat. Meine Finger sind so kalt, dass ich die Telefonkarte kaum halten kann. Evelin hebt nach dem sechsten Klingeln ab. „Du meine Güte“, sagt sie. „Was ist?“ Ich hatte das Telefon unter dem Kopfkissen, damit niemand geweckt wird, und als es eben geklingelt hat, bekam ich einen Mordsschrecken. So als würde dich jemand im Traum anrufen und du findest das Telefon nicht. „Wie furchtbar“, sage ich und verdrehe die Augen. „Wo steckst du?“ fragt Evelin. „Ungefähr elf Häuser von dir entfernt.“ Evelin gähnt. Ich kann hören, wie sie vom Bett aufsteht. „Und? Wie sieht das Wetter aus?“ fragt sie. Ich wische eine beschlagene Stelle auf dem Plexiglas der Telefonzelle frei und schaue hinaus. Wegen des dichten Schneefalls kann ich die gegenüberliegende Straßenseite nur undeutlich erkennen. „Schneit kaum noch“, sage ich.

Wir stampfen die Kastanienallee hinauf und wissen nicht, ob wir noch auf dem Bürgersteig oder schon auf der Straße laufen. Die Häuser um uns herum sehen aus, als würden sie schlafen. Hier und da glitzern farbige Lichterketten oder das Blau eines Fernsehers flackert und bricht sich auf dem Weiß des Schnees. Der Großteil der Fenster aber ist dunkel. Wo ein Licht brennt, wirkt es wie ein wachsames Auge. Weihnachten ist eindeutig vorbei. Evelins Gesicht ist hinter einem Schal versteckt, zusätzlich hat sie sich ihre Wollmütze so tief in die Stirn gezogen, dass nur ihre Augen zu sehen sind. Wir beide reden wenig. Sobald ich den Mund öffne, weht mir der Wind Schneekristalle in den Hals, die sich anfühlen, als wären sie aus zerriebenem Glas. Und sobald Evelin spricht, klingt es, als hätte sie Watte im Mund.

„Schneit kaum noch, was?“ sagt sie jetzt zum bestimmt zehnten Mal. „Das bisschen Schnee“, sage ich. „Hätte ich das mal gewusst“, fügt sie hinzu. „Was dann?“ frage ich. Evelin denkt kurz darüber nach, dann lacht sie und sagt: „Keine Ahnung.“

Am Spandauer Damm angekommen sehen wir, dass die ersten Schneeschieber schon da gewesen sind. Links und rechts am Straßenrand türmen sich Schneewälle, die an niedrige Deiche erinnern. Die geparkten Autos daneben sind kleine Hügel. Es gibt keinen Verkehr und die Ampelschaltung funktioniert. – Du willst doch nicht etwa warten, sagt Evelin und zieht an meinem Arm. Wir überqueren die Ampel bei Rot, laufen in die Königin-Elisabeth und biegen nach hundert Metern links in eine Seitenstraße. Wir lassen das fahle Licht der Straßenlaternen hinter uns und bleiben vor einem Zaun stehen. Evelin sieht mich an und sagt: „Danach habe ich was gut bei dir, versprochen?“ – „Versprochen.“

Wir sind geübt darin, über diesen Zaun zu klettern. Beinahe gleichzeitig krallen wir uns in den Maschen fest und sind in einer Minute auf der anderen Seite. Evelins Mütze ist verrutscht, ich schiebe sie zurecht und streiche eine Strähne drunter. Während wir zusehen, wie der fallende Schnee unsere Spuren bedeckt, lässt der Wind für einen Moment nach und die Flocken kommen dick und schwer herunter. „Okay?“ frage ich und hole die Taschenlampe heraus. „Okay“, sagt Evelin.

War die Nacht auf den Straßen hell und weiß, ist sie unter den hohenTannen dunkel und blau. Die Baumwipfel bewegen sich knarrend und manchmal erklingt von der anliegenden Autobahn ein nasses Rauschen. „Ich weiß nicht“, sagt Evelin nach ein paar Metern und bleibt stehen. Sie sieht auf ihre Stiefel, die im Schnee versunken sind. – „Was ist?“ – „Ich habe kein gutes Gefühl, so über die Toten zu laufen, verstehst du?“ Mir geht es auch nicht anders. Die Schotterwege zwischen den Friedhofsreihen sind verschwunden und der Wind hat den Schnee hier und da in einem Zickzack zu hüfthohen Barrikaden zusammengeweht. Vereinzelt ragen Grabsteine und Kreuze heraus, und obwohl ich unzählige Male hier gewesen bin, habe ich die Orientierung verloren. Mir fehlt das Wasserbecken oder die Mülltonnen, an denen ich immer links abbiege. Mir fehlt etwas weniger Schnee. Evelin liest meine Gedanken. „Erzähl mir nicht, du hast den Überblick verloren.“ – „Ein klein wenig, oder erkennst du irgendwas wieder?“ Sie schüttelt den Kopf. „Wenn du mich fragst, dann wird das nichts.“ Ich frage sie nicht, sondern lasse den Strahl der Taschenlampe über den Schnee wandern. Ich weiß, das wird was werden. Ich habe meinem Vater versprochen, heute Nacht zu kommen. Ich halte meine Versprechen.

Erst nach ein paar Schritten merke ich, dass Evelin mir nicht folgt. Ich bleibe stehen und drehe mich um. „Was ist los?“ frage ich. „Alissa, wir können nicht einfach so ziellos durch die Gegend irren und jeden Grabstein freischaufeln, das ist dir doch klar, oder?“ – „Das wird nicht nötig sein“, sage ich, „Wir sind ja nicht zum ersten Mal hier.“ Evelin legt den Kopf schräg und sieht mich skeptisch an. Ich weiß, was sie denkt. Sie denkt, dass ein Grabstein kein Problem wäre, den würden wir schon sehen. Aber der Stein, den meine Mutter für meinen Vater hat anfertigen lassen, ist in den Erdboden eingebettet. Wir können froh sein, wenn wir über ihn stolpern.

„Lass uns das Mausoleum finden“, sage ich, „Wenn wir das Mausoleum gefunden haben, finden wir auch sein Grab.“ Und als ich das sage, hört der Wind mit einem Mal auf zu wehen und es wird ganz still um uns herum. Ich richte den Lichtstrahl in den Nachthimmel. Es hat aufgehört zu schneien. Ein paar vereinzelte Schneeflocken trudeln noch herunter und es sieht aus, als würden sie sich um den Lichtbalken der Taschenlampe drehen.

„Ist das nicht schön?“ sage ich. „Schön dämlich“, sagt Evelin und nimmt mir die Taschenlampe weg.

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Märchenstunde – heute in säggs’sch

Frau Holle

maerchenstunde14.jpgIn ä gleen Därfchen wohnten zwee Freileins, die hießen alle beede Marie. Awer sonst warnse sich gee häbbchen ähnlich. Im Geechendeel, de eene war golossal fleißich un de andere greilich faul.

Eenes Daaches saß de Fleißiche am Dorfbrunnen un schbann. Da hubbte blätzlich de Schbindel uff un drvon un sauste in dn Brunn nein. Mit ä Wubbdich schbrang Freilein Marie hinterhär un landete awer nicht etwa in Matsch un Schlamm un Dräck, sondern uf änner scheen Bliemchenwiese. Un uff ä Grautschtrunk schtak ooch gwietschvergniecht de Schbindel. Nu, da glabbts ja, meente de Schbinnerin un wollte sich nu wieder nuff machen. Awer das war nadierlich nich so eenfach wie’s Nunterrutschen.

Wiese noch so drieber nach griebelte, gam änne alte Frau angeschunkelt. Die schtällte sich vor: „Mei name is Frau Holle. Wennde ä Jahr bei mir Dienstschbritze sein willst, dann griechste hernachens dein Lohn in burn Golde.“ „Nu machense nur geen Gohl“, saachte de Marie, „Gold, das gibbts gar nich mähr.“ „Eija, mei Dächterchen“, meente de Frau Holle, „ich habbe noch genuch. Bis nach mir nunter is eire Inflazion damals nich gegomm.“

Da saachte de fleißiche Marie zu, un de Frau Holle war ooch sähre mitr zufrieden. Se verschtand ihr Lieblingsässen, de deutschen Bäffschtäcks mit Zwiewweln, ganz großartch zu bruzeln, un ooch de Bädden gonntese so mollich un locker uffschitteln, dass Frau Holle ganz entzickt war. Se ahlte sich nämlich grässlich gärne in Fädern rum, awer’s hat ja schließlich jeder Mänsch ärchend änne gleene Bassion. Un änne alte Frau wärd sich das wohl leisten genn.

Wie nu dr fleißichen Marie ihr Jahr rum war, fiehrte de Frau Holle se zum Abschied dorch ä Dor, un grade wie das brave Mädel drunter schtand, borzelte ä wahrer Räächen von Goldschtickchen uff se nieder. Se schbannte fix ihre Schärze ausenander un sammelte alle nein. Dann drickte Frau Holle uff ä Gnobb in dr Wiese, da gam ä unterärdscher Fahrschtuhl angezuckelt un brachte der hochbeglickte Dienstschbritze wieder uff de Ärde nuff.

Das war nu villeicht ä Juwel un Druwel im Därfchen drinne, wie das Mädel mit däm vieln Golde angam. Glei fuffzähn Heiratsanträäche grichte so schon unterwäächens. Awer se schittelte bloß dn Gobb un meente: „Nee, nu brauch’ch Eich ooch nich.“

Nadierlich war de faule Marie neidisch un wollte das nachmachen. Am nächsten Daache fackstese mit Absicht änne Schbindel in Brunn nein, hubbte nach un landete ähmfalls uff dr Bliemchenwiese. De Frau Holle gam wieder angeschunkelt un meente: „Hähähä, das gonnt’ch mer doch balde dänken, dass da noch mähr angomm däten.“
De faule Marie nahm de Schtälle an, awer ihre Härrin war gee bisschen mitr zufreoden. De Bäffschtäcks warn entweder gnochenharte oder se hatten iberhaupt geene Fassong un glitschten wieder ausenander. Un de Bädden warn so abscheilich gemacht, dass de arme Frau Holle de ganze Nacht vor Albdricken bläkte, weilse egal dreimte, se misste iber Fälsbläcke rutschen mitn Greize.

Nadierlich grichte de faule Marie schon nach värzen Daachen gegindicht, awer Frau Holle meente, so wollte sich fier ihrn guden Willen noch ergenntlich zeechen un se sollte nu mit untersch Goldstickchendor gomm. De faule Marie feixte vor Vergiechen un hielt glei ihr Nachthämde uff, damit se noch viel mähr Goldstickchen hamstern gonnte wie ihre Golleechin.

Se malte sich ooch schon aus, wasse sich alles dafier goofen wollte: Änne Riesenflasche Oddegollonche, ä dodschicken Gimono mit goldgeschtickten Biebveecheln drinne, änne ächtsilwerne Haarbärschte un ä Baar Ohrringel mit Brillchantengnäbbchen.

Awer gucke da, schtatt dr Goldschtickchen gam lauder eegliche Bächglimbchen runtergegollert. Die sätzten sich an dr ganzen fauln Marie fäste, dasse aussah wie’n Deifel seine Liebste. Änne Hammelhärde, diese unterwäächens draf, war so färchterlich erschrocken vor där gohlschwarzen Donna, dasse alle mitenander dorchgegang sin. Un ä Schtorch blieb vor Angst in dr Luft schtehnun gonnte barduh nicht weiterfliechen. So verschieden wärkt sich ähm dr Schräck aus. So musste se nu in ihrn Därfchen landen, um de Dorfbewohner brillten vor Feez iber dän gomischen Ahnblick.

De faule Marie sätzte sich sofort im Waschhause in de große Wanne un verbrauchte fimf Fund Schmierseefe un zwee Gilo Soda, drzu drei Waschlabben un zwee Worzelbärschten. Dann ärscht gam so ganz allmählich de hälle Haut wieder dorchgeguckt.

Awer ihrn Schbitznam hatten de beeden nu im Dorfe wäch: Se worden bloß noch de Goldmarie un de Bächmarie geheeßen. De Freu Holle wollte gimftich von geener mähr äwas wissen, denn als de nächste ihre Schbindel in Brunn neinfackte, gamse von sälwer oochenblicklich wieder hochgesaust un hackte sich däm Freilein dief in de Nasenschbitze nein. Un jeder anderen, die’s ähmfalls risgiern wollte, gings drad so.

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Natürlich geht heute ein besonderer Gruß ans Winterkind.
Vielen Dank für die Unterstützung!

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Während für Kinder eine Tasse heiße Schokolade immer ein Genuss ist, heute ein Tipp für die Erwachsenen:

„Süße Heimlichkeit“

Zutaten für 2 Personen:
1/2 l starken Kaffee
1/4 l heißer Kakao
je Tasse 4 cl Kaffeecremelikör
mit Zimt verschlagene süße Sahne
Schokostreusel

Zubereitung: Den heißen Kaffee mit dem Kakao zusammgießen. Den Kaffeekakao in ein Kaffeeglas oder in eine hohe Tasse geben, mit dem Likör verfeinern und mit viel Zimtsahne abrunden. Mit etwas Zimt und Schokostreusel bestreuen und am besten mit Zimtgebäck servieren.

Ganz besondere Leckermäuler verstecken eine kleine Kugel Schokoladeneis unter der Sahne.

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