16. Dezember

16. Dezember – der Tag des dummen Spielzeugs

Ein Spielzeug ist ein Objekt, das zum Spielen verwendet wird. Der Begriff Spielzeug wird üblicherweise mit Kindern oder auch Haustieren assoziiert, es ist aber auch nicht ungewöhnlich, dass Erwachsene mit Spielzeug spielen. Ein Spielzeug wird um seiner selbst willen geschätzt, bzw. wegen der Freude am Spiel, die es ermöglicht.

Ein Spielzeug kann dem Erwerb und Erlernen verschiedener Fertigkeiten und Fähigkeiten dienen. Leider verbindet sich bei manchem Spielzeug für Kinder auch mit der Vorbereitung ihrer Geschlechterrolle und ihrer Sozialisation in der Gesellschaft. So werden mit Spielzeugen bestimmte Vorgänge des Alltages nachgeahmt und nachgespielt. Ihr kennt das. Mädchen spielen mit Puppen, Jungens mit Autos.

Vielleicht ist an solch einem Tag genauer zu überlegen, welches Spielzeug man zu Weihnachten verschenkt, natürlich nicht nur an Kinder. Viel Spaß und Freude mit keinem dummen Spielzeug wünsche ich.

xmas_30

Ich wünsche mir ein Schaukelpferd

Schaukelpferd

Ich wünsche mir ein Schaukelpferd,
’ne Festung und Soldaten
Und eine Rüstung und ein Schwert,
Wie sie die Ritter hatten.
Drei Märchenbücher wünsch‘ ich mir
Und Farben auch zum Malen
Und Bilderbogen und Papier
Und Gold- und Silberschalen.
Um weiße Tiere auch von Holz
Und farbige von Pappe,
Um einen Helm mit Federn stolz
Und eine Flechtemappe.
Ein Domino, ein Lottospiel,
Ein Kasperletheater ,
Auch einen neuen Pinselstiel
Vergiss nicht, lieber Vater!

Auch einen großen Tannenbaum,
Dran hundert Lichter glänzen,
Mit Marzipan und Zuckerschaum
Und Schokoladenkränzen.
Doch dünkt dies alles euch zu viel,
Und wollt ihr daraus wählen,
So könnte wohl der Pinselstiel
Und auch die Mappe fehlen.
Ein Zelt und sechs Kanonen dann
Und einen neuen Wagen
Und ein Geschirr mit Schellen dran,
Beim Pferdespiel zu tragen.
Ein Perspektiv, ein Zootrop,
’ne magische Laterne,
Ein Brennglas, ein Kaleidoskop –
Dies alles hätt‘ ich gerne.

Als Hänschen so gesprochen hat ,
Sieht man die Eltern lachen :
“Was willst du, kleiner Nimmersatt,
Mit all den vielen Sachen?“
„Wer so viel wünscht“, der Vater spricht’s,
„Bekommt auch nicht ein Achtel –
Der kriegt ein ganz klein wenig Nichts
In einer Dreierschachtel!“

Heinrich Seidel
(1842-1906)

xmas_30

Niemals
von Wilhelm Busch

Wonach du sehnlich ausschaust,
es wurde dir beschieden.
Du triumphierst und jubelst laut:
Jetzt hab ich endlich Frieden!

Ach, Freundchen, rede nicht so wild.
Bezähme deine Zunge.
Ein jeder Wunsch, wenn erfüllt,
kriegt augenblicklich Junge.

xmas_30

Wunschzettel einer geplagten Hausfrau

Lieab’s Chrischtkend, willsch Du mir ebb’s schenka,
i’h tät dau an so manches denka:
An Hafa, der wo selber kocha kah,
an Ehemah, der geara schpüala ma‘.

An Automat, wo allweil’s Geld raushupft,
und a Häckale, wo selber’s Ohkraut zupft.
An Maulkorb für mei lieaba Schwiegermuatt’r,
an halba Zentner Katzafuatt’r.

A Zwergle, wo em Opa sei Gebiß nauchtrait
und d‘ Triangel in der Hos‘ zemnait.
An Kopf, der ganz g’wiß nix vergisst
und a Familie, dia, was i’h koch, au ohne maula isst:

Und nau vielleicht no für mei Modellfigur
in Größe 36 a Sonntagshäsmontur.
Lauter Wünsch, dia bloß’s Chrischtkendle erfülla kah,
jetzt probier i’h’s halt und schreib’s mal auf da Zett’l na.

xmas_30

Weihnachten in Italien

Die italienischen Kinder haben es gut. Sie können sich in der Vorweihnachts- und Weihnachtszeit auf viele Geschenke freuen!

Am 6. Dezember kommt „San Nicola“, der Nikolaus und legt Geschenke für die Kinder vor die Schlafzimmertür. Am 13. Dezember wird „Santa Lucia“ gefeiert. Die „Heilige Lucia“ ist die Lichterkönigin und wurde im Jahr 281 in Sizilien geboren. Sie vererbte ihr Vermögen den Armen. Noch heute wird das mit einer Mahlzeit für die Armen gefeiert „Torrone die poveri“: Kichererbsen werden in Zucker gekocht, bis daraus eine feste Masse entsteht. Früher war es Brauch am Vorabend des 13. Dezembers eine Tasse mit Milch und trockenes Brot für den Esel der „Lichterkönigin“ vor die Tür zu stellen. Die Kinder bekommen auch an diesem Tag kleine Geschenke.

Die Adventszeit ist auf Sizilien die Zeit des Kartenspiels. Zur Finanzierung der Geschenke wird Karten gespielt, das „Weihnachtspokern“ ist sehr beliebt. Früher waren die Hirten sehr arm. Sie hatten kaum Geld. Deshalb spielten sie in der Vorweihnachtszeit in Ziegenfelljacken alte Volksweisen auf Dudelsack und Hirtenflöten. Heute verkleiden sich Kinder am 23. Dezember als Schäfer, gehen von Haus zu Haus und singen Lieder mit Flötenbegleitung. Dafür bekommen sie etwas Geld oder Süßigkeiten.

Einen Tag vor Weihnachten dürfen die Italiener nichts essen und trinken. Erst Weihnachten (24.12.) ist die Fastenzeit vorbei und es gibt ein großes Festmahl.

Besonders auf Sizilien ist die Krippe wichtiger als der Weihnachtsbaum. Die alten Leute finden die Krippe wichtiger. Die meisten Italiener haben eine Krippe, die oft ein halbes Zimmer groß ist. Die Krippe von Jesus soll von Bethlehem nach Rom gebracht worden sein. Eine Kirche wurde über diesem Ort gebaut. Sie heißt „Santa Maria Maggiore“. Die Kinder haben oft eigene Krippen. Sie tauschen die Krippenfiguren wie wir Stickers oder Briefmarken.

Die Figuren sind oft selbstgeschnitzt und sehr liebevoll und detailreich bearbeitet. Franz von Assisi hat die Krippe in Italien eingeführt. Die Dorfbewohner spielen oft in Krippenspielen Jesus, Maria und Hirten. Es gibt einen echten Ochsen und Esel in einer Höhle. Das Jesuskind ist eine holzgeschnitzte Figur und liegt in einer hölzernen Krippe mit Stroh.

„Natale“ heißt Weihnachten, „Bambino Gesú“ oder „Bambinello“ ist das Jesuskind. Am 24. Dezember wird ein großes Festessen mit viel Fisch und Gemüse oder Truthahn veranstaltet. Zum Nachtisch gibt es meistens eine berühmte Spezialität „Panettone“. Das ist ein Weihnachtskuchen oder süßes Weihnachtsbrot mit Eiern, Butter, Zucker und Sultaninen. Zum Essen wird viel Wein getrunken. Vor dem Essen wird der Weihnachtsbaum aufgestellt und geschmückt und manchmal kleine Geschenke darunter gelegt, die aber erst am 25. Dezember ausgepackt werden dürfen.

Weihnachten ist in Italien mehr ein fröhliches Fest, so wie Silvester bei uns. Es gibt auch einen alten italienischen Brauch, der manchmal noch gemacht wird: die Schicksalsurne. Jeder darf ein kleines Geschenk aus der Schisalsurne ziehen. Es werden nach dem Essen auch Gesellschaftspiele gespielt oder eine Tombola veranstaltet. Wichtig für alle Italiener ist am Heiligen Abend die Mitternachtsmesse.Am 25. Dezember kommt früh am Morgen „Il Bambinello Gesú“, das Christkind. Es legt kleine Geschenke vor die Schlafzimmertür der Kinder oder unter den Tannenbaum.

Aber eigentlich ist der 6. Januar, der Dreikönigstag, der Geschenktag für die größeren Weihnachtsgeschenke, denn an diesem Tag trafen die Heiligen Drei Könige in Bethlehem ein, um das Jesuskind anzubeten und brachten auch Geschenke mit. Aber nicht die Heiligen Drei Könige bringen den Kindern die Geschenke, sondern die gute Hexe Befana. Es gibt keinen Weihnachtsmann in Italien, nur die Hexe Befana. Die bösen Kinder bekommen nur Kohlen und Asche. Die Kinder hängen ihre Stümpfe an den Kamin oder stellen ihre Schuhe vor die Tür. Die Hexe kommt durch den Schornstein und rutscht durch den Kamin, um in jedem Haus die Geschenke in den Schuhen oder Strümpfen zu hinterlassen. Dies tut sie, so sagen die Leute jedenfalls, weil sie glauben, dass Befana in allen Häusern das neugeborene Jesuskind vermutet.

xmas_30

Die Geschichte von der Hexe Befana

Vor urlanger Zeit saß die Befana in ihrem Häuschen am Webstuhl. Da klopften die drei Könige an ihre Tür. Sie baten Befana, mit ihnen zu kommen nach Bethlehem, um das neugeborene Kind zu sehen. Aber die Befana wollte erst zu Ende weben. Die Könige gingen voraus. Als die Befana fertig war, ging sie hinterher. Sie fand aber den Weg nicht und auch nicht die Heilige Familie. Seither zieht sie durch den Himmel und um die Welt. Am 6. Januar kommt sie an den Häusern vorbei, in denen Kinder wohnen, und bringt ihnen Geschenke.

xmas_30l22011_201b.jpg

Nicht überall wird Weihnachten gefeiert.
Aber in jedem Land und jeder Kultur
feiern Menschen gerne zusammen.

birds-garland

zurück zum Kalender