18. Dezember

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Denkt euch,
ich habe das Christkind gesehen!

So beginnt eines der bekanntesten Gedichte zur Weihnachtszeit.

Denkt euch, ich habe das Christkind gesehen!
– Anna Ritter –

Denkt euch, ich habe das Christkind gesehen!
Es kam aus dem Walde, das Mützchen voll Schnee,
mit rotgefrorenem Näschen.

Die kleinen Hände taten ihm weh,
denn es trug einen Sack, der war gar schwer,
schleppte und polterte hinter ihm her.

Was drin war, möchtet ihr wissen? I
hre Naseweise, ihr Schelmenpack –
denkt ihr, er wäre offen der Sack?

Zugebunden bis oben hin!
Doch war gewiss etwas Schönes drin!
Es roch so nach Äpfeln und Nüssen!

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Doch kennt Ihr auch die anderen Varianten?

Denkt euch, ich habe das Christkind gesehen!
– das von Onkel Hotte –

Denkt Euch, ich habe das Christkind geseh’n,
ich hab’s überfahren. Es war ein Verseh’n.
Ich hatte gerade die Äuglein zu,
ich träumte beim Fahren in himmlischer Ruh‘.

Das Christkindl hat in dieser heiligen Nacht
Bekanntschaft mit meinem Kühler gemacht.
Später sah ich auch noch den Weihnachtsmann.
Er feuerte grad‘ seine Rentiere an.

Ich überholte den langsamen Wicht,
doch sah ich den Gegenverkehr dabei nicht.
Ich wich noch aus, doch leider nicht Santa.
Ein kurzes Rumsen und er klebte am Manta.

Am Ende sah ich auch Nikolaus.
Er stürmte grad‘ aus dem Freudenhaus.
Er kam ganz hektisch über die Kreuzung gelaufen,
wollt‘ am Automaten neue Präser sich kaufen.
Mein Auto und mich hat er wohl nicht gesehen,
jedenfalls blieben nur seine Stiefel stehn.
So ist die Moral von dem Gedicht:
Fahr zu schnell Dein Auto nicht.

Denn als ich zuhaus war, da mußte ich heulen.
Mein schöner Wagen, der hatte drei Beulen.
Vom Niklas, vom Christkind und vom Santa Klaus.
Ja nächstes Jahr Weihnachten das fällt dann wohl aus,

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… und noch ein abgewandeltes Werk

Berlin Oranienburger
– Jochen Petersdorf-

Denkt euch, ich habe das Christkind gesehen
Es stand an der Ecke, gestern Abend nach zehn.
Es trug lange Stiefel. Ein Rock sah ich nicht.
Doch es war hübsch gewachsen, auch im Gesicht.

Prallrunde Reize haben lüstig gelacht.
Ich fror schon vom Hinsehen, so kalt war die Nacht
Da sagte sie lockend: Na, wie wär’s mit uns zweien?
Wo is’n dein Schlitten. Los ab und hinein.

Ich holte mein Fahrrad hervor hinterm Haus.
Sie lachte und kreischte: Das halt ich nicht aus.
Doch dann sprach sie: Gott, den Spaß mach ich mit.
uff uffn Esel und zügiger Ritt.

Was weiter war möchtet ihr gerne wissen.
ihr Naseweise, ihr Schelmenpack.
Glaubt ihr, dass ich es hier ausplaudern mag?

Nur soviel: Wir haben uns erkältet.

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Aus Briefen an das Christkind …

Liebes Christkind! Ich wünsche mir …

„Meine Großmutter sagt immer, Geben sei seliger als Nehmen. Deshalb erwarte ich das Gleiche von Dir.“

„Ich möchte eigentlich lieber, dass Du einmal im Sommer kommen tätest statt immer nur im Winter, weil ich zu Weihnacten sowieso viele Geschenke bekomme, im Sommer aber keine.“

„Auf dem Wunschzettel, den ich hier beilege, habe ich alle Sachen angekreuzt, welche ich unbedingt haben muss. Du kannst mir den Rest aber auch noch bringen.“

„Ich bin das ganze Jahr hindurch brav gewesen, mit Ausnahme der Werktage und einiger Sonntage.“

„Meine Freundin Sabine sagt immer, Du seist gar kein richtiges Christkind, sondern bloß eine Nachahmung von Dir. Aber ich glaube es nicht, solange Du mir doch immer etwas bringts.

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