10. Dezember


Punschlied
(Friedrich Schiller)

Vier Elemente innig gesellt,
bilden das Leben, bauen die Welt.
Presst der Zitrone saftigen Stern!
Herb ist des Lebens innerste Kern.

Jetzt mit des Zuckers linderndem Saft
Zähmed die herbe brennenede Kraft!
Gießert das Wasser sprudelnden Schwall!
Wasser umfängt ruhig das All.

Tropfen des Geistes gießet hinein!
Leben dem Leben gibt er allein.
Eh‘ es verdüftet, schöpfet es schnell!
Nur wenn er glühet, labet der Quell
Zimt und Nelken, Zucker und Kardamom

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Verführerisch ist der Duft von Zimt und Nelken, Kardamom und Orangen – besonders, wenn er aus dem Dampf des Glühweins in die kalten Nasen der Weihnachtsmarkbesucher strömt.

Glühwein ist sehr beliebt, das belegen steigende Zahlen. Rund 50 Millionen Liter Glühwein wurden im vergangenen Jahr in Deutschland konsumiert. Kein Wunder, denn er schmeckt lecker und soll sogar gesund sein. Beginnen wir mit den guten und völlig harmlosen Zutaten:

Zimt: Ein unverzichtbares Glühweingewürz, regt den Körper dazu an, Verdauungssäfte zu produzieren. Er ist ein gutes Mittel gegen Völlegefühl und soll sogar aphrodisierend wirken. Der griechische Philosoph Theophrastos lobte um 350 vor Christus den Zimt als köstliches Gewürz, besonders zum Wein. Der beste Zimt stammt übrigens aus Ceylon vom Echten Zimtbaum und ist sehr hell.

Kardamom: Ihm wird eine appetitanregende Wirkung nachgesagt. Er hilft auch gegen Blähungen.

Nelken: Duften vor allem gut, wirken antibakteriell und verdauungsfördernd. Schon im alten China und in Ägypten kannte man Nelken und ihre heilsamen Wirkungen. Arabische Händler brachten sie zur Römerzeit nach Europa.

Tatsächlich lösen die Gewürze durch die ätherischen Öle über die Geruchsrezeptoren positive Gefühle und Emotionen aus. Und dass Alkohol in Maßen fröhlich macht, ist allseits bekannt.

Dabei ist der Glühwein sogar älter als das Weihnachtsfest. „Die Geschichte des Glühweins liegt im Würzwein der alten Römer“. Sie versetzten den Wein zur besseren Haltbarkeit mit Gewürzen. Beleg dafür ist ein 2000 Jahre altes Rezeptbuch. Der römische Bürger Apicius beschrieb in seinem „conditum paradoxum“ die Veredelung des Weins mit Zimt, Lorbeer, Nelken, Thymian und Koriander. Doch lange blieb der winterliche Genuss der gehobenen Gesellschaft vorbehalten. „Nur die hatten die Möglichkeit, sich die kostbaren Gewürze zu beschaffen“.

Na, zum Glück kann sich heute jeder diesen Trunk leisten. Der Weihnachtself bevorzugt dabei eine ganz bestimmte Sorte eines Heidelbeerglühweins, der mittlerweile zahlreiche Fans gefunden hat.

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Und wer nicht trinken mag, für den haben wir ein Rezept aus der Backstube

Glühweinsterne

Einkaufsliste für den Teig
125 g Marzipanrohmasse
200 g Zucker
4 Eiweiß (klein)
75 g Orangeat
75 g Zitronat
400 gb gemahlene Haselnüsse
1 P. Lebkuchengewürz
Salz, abgeriebene Schale einer Zitrone,
Zucker zum Bestreuen

für die Glasur
200ml Glühwein
100 g Puderzucker
½ Eiweiß
rote Back-/Speisefarbe

Die Marzipanrohmasse zerkrümeln und mit Zucker und 1 Eiweiß zu einer glatten Masse verarbeiten. Zitronat und Orangeat sehr fein hacken, beides mit Marzipan, Nüssen, Lebkuchengewürz, 1 Prise Salz, Zitronenschale und übrigem Eiweiß zu einer glatten Masse verkneten. In Klarsichtfolie gewickelt über Nacht in den Kühlschrank legen.

Für die Glasur den Glühwein bei starker Hitze auf 5 EL einkochen. Abkühlen lassen.

Den Teig in mehrere Portionen zwischen zwei mit Zucker bestreuten Lagen Backpapier ca. 1 cm dick ausrollen und Sterne von ca. 6 cm Ø ausstechen. Auf mit Backpapier belegte Bleche setzen. Im vorgeheizten Backofen bei 160 Grad (Gas 1-2, Umluft 8-10 min bei 150 Grad) auf der untersten Einschubleiste 12-15 min backen. Mit dem Papier vom Blech ziehen und abkühlen lassen.

Glühwein, Puderzucker und Eiweiß mit den Quirlen des Handrührers zu einem festen Guß aufschlagen. 3 EL abnehmen und beiseite stellen. Mit der übrigen Glasur die Sterne bestreichen. Die restliche Glasur mit Speisefarbe rot einfärben. In eine Pergamenttüte füllen, eine kleine Ecke abschneiden und die Sterne damit garnieren. Trocknen lassen.

Und da ja nicht alle auf einmal sofort gegessen werden, bewahrt Ihr sie am besten in einer Blechdose auf. Guten Appetit!

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Der Stern
(Wilhelm Busch)

Hätt einer auch fast mehr Verstand
als die drei Weisen aus Morgenland
und ließe sich dünken, er wär wohl nie
dem Sternlein nachgereist wie sie;
dennoch, wenn nun das Weihnachtsfest
seine Lichtlein wonniglich scheinen läßt,
fällt auch auf sein verständig Gesicht,
er mag es merken oder nicht,
ein freundlich Strahl
des Wundersterns von dazumal.

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